28. April 2018

Ein Trotzkopf aus Magdeburg

In ihrer Zeit war Emmy von Rhoden, die eigentlich Emilie Auguste Karoline Henriette Friedrich (geb. Kühne) hieß, eine Bestseller-Autorin. Jede junge Frau kannte den „Trotzkopf“. Deshalb hat das Classik Hotel Magdeburg einen seiner Tagungsräume nach der deutschen Schriftstellerin benannt.

Das Licht der Welt erblickte Emmy von Rhoden am 15. November 1829 in Magdeburg. Ihr literarisches Werk besteht zum Großteil aus Erzählungen, die im Familienbuch des österreichischen Lloyd und in der Berliner Zeitschrift Victoria veröffentlicht wurden. Bekannt wurde Emmy von Rhoden vor allem durch den Roman „Der Trotzkopf“.

Diese „Pensionsgeschichte für erwachsene Mädchen“ erschien 1885 wenige Wochen nach ihrem Tod am 7. April 1885 im Verlag Weise und wurde ein großer Erfolg. Ähnlich wie die Nesthäkchen-Bände gehörte „Der Trotzkopf“ als sogenannter Backfischroman zur Standard-Lektüre heranwachsender junger Mädchen.

Aufgrund des Erfolgs verfasste Emmy von Rhodens Tochter Else Wildhagen die beiden Fortsetzungsromane „Trotzkopfs Brautzeit“ und „Trotzkopfs Ehe“. Die niederländische Schriftstellerin Suze LaChapelle-Roobol beendete den Trotzkopf-Zyklus schließlich mit dem Band „Trotzkopf als Großmutter“.

Die ersten beiden Bände der Tetralogie „Der Trotzkopf“ und „Trotzkopfs Brautzeit“ bildeten 1983 die Vorlage für die achtteilige Fernsehserie „Der Trotzkopf“ des Bayerischen Rundfunks.